REALISTISCHE BODENVERDICHTUNG UND ARBEITSSCHRITTE

BEDEUTUNG DER PROZENTWERTE
0–10 %: keine beziehungsweise unauffällige schädliche Verdichtung
11–25 %: leichte Verdichtung
26–45 %: mäßige Verdichtung; erste Einschränkungen möglich
46–65 %: starke Verdichtung; Durchwurzelung und Luftführung eingeschränkt
66–100 %: kritische Verdichtung

Unterbodenverdichtung ist ein Schadenswert. 0 % ist der beste Zustand und bedeutet nicht, dass kein Unterboden vorhanden ist.

RADVERKEHR
Die erste Überfahrt erzeugt den größten Verdichtungsanteil. Zweite und dritte Überfahrt erhöhen die Dichte weniger stark, können aber Pflanzen und Wurzeln weiter erheblich schädigen. Nasser Boden, hoher Luftdruck, hohe Radlast und Schlupf verstärken die Wirkung. Sehr schwere Radlasten wirken zusätzlich auf den Unterboden.

PFLÜGEN
Lockert den Oberboden stark und beseitigt oberflächliche Fahrspuren. Wiederholtes Pflügen in gleicher Tiefe kann eine Pflugsohle erzeugen. Pflügen bei sehr nassem Boden verschmiert den Furchenboden, schädigt die Struktur und kann Ober- und Unterbodenverdichtung erhöhen.

GRUBBERN
Lockert den Oberboden moderat. Bei geeignetem Wassergehalt entsteht ein lockeres bis mittelfestes Saatbett. Bei nassem Boden kann Grubbern verschmieren und verdichten.

SCHEIBENEGGE
Lockert flacher als der Pflug, zerkleinert jedoch Aggregate stärker. Wiederholte Bearbeitung kann die Struktur schwächen und eine Verdichtungszone unter der Arbeitstiefe fördern.

KREISELEGGE
Erzeugt ein feines Saatbett, schädigt bei intensiver Nutzung aber stärker die Bodenstruktur. Auf nassem Boden drohen Verschmierung und Überverfestigung.

TIEFENLOCKERER
Reduziert Unterbodenverdichtung und Pflugsohle nur wirksam bei trockenem bis mäßig feuchtem Boden. Bei nassem Boden wird kaum gelockert und die Struktur kann zusätzlich geschädigt werden.

SÄEN
Stellt bei geeigneter Bodenfeuchte eine mittlere Saatbettfestigkeit und guten Bodenschluss her. Auf nassem Boden entstehen Verdichtung und Verschmierung.

WALZEN
Nach der Saat verbessert eine kontrollierte Rückverfestigung den Saat-Boden-Kontakt. Zielbereich der Saatbettfestigkeit: etwa 60–85 %. Auf sehr nassem Boden führt Walzen zu schädlicher Verdichtung; über 85 % gilt das Saatbett als überfestigt.
